Berufsunfähigkeitsversicherung für Physiotherapeuten

Berufe im Gesundheitswesen bringen für die Beschäftigten hohe Belastungen mit sich. Dies gilt insbesondere auch für die Tätigkeit des Physiotherapeuten. Somit ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit entsprechend hoch. Um sich für einen solchen Fall finanziell abzusichern sollten Physiotherapeuten möglichst frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese zahlt eine zuvor vereinbarte monatliche Rente, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls berufsunfähig wird. Aufgrund des erhöhten Risikos werden Physiotherapeuten in einer höheren Risikoklasse eingestuft als beispielsweise kaufmännische Berufe. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Angebote genau miteinander zu vergleichen.


Häufige Erkrankungen bei Physiotherapeuten

Physiotherapeutin bei der ArbeitDie Tätigkeit als Physiotherapeut ist körperlich sehr anstrengend. Deshalb wird diese Berufsgruppe von den meisten Versicherern in die Risikogruppe C eingestuft. Daraus ergibt sich ein gewisser Risikozuschlag und im Vergleich zu Angestellten im Büro etwas höhere Beiträge. Das Risiko als Physiotherapeut berufsunfähig zu werden ist somit entsprechend höher als in anderen Berufen. Die körperlichen Belastungen werden gerade von Berufsunanfängern häufig unterschätzt. Dazu wirkt sich der Leistungsdruck insbesondere bei freiberuflichen Physiotherapeuten negativ auf die Psyche aus. Da gerade für diese Berufsgruppe kein gesetzlicher Schutz besteht, ist eine private Absicherung unumgänglich.Physiotherapeuten sind heutzutage zahlreichen berufsbedingte Erkrankungen ausgesetzt. Aufgrund der überwiegend stehenden Tätigkeit wird vor allem der Rücken sehr stark belastet. Durch die Arbeit mit den Händen ist auch Rheuma ein häufig auftretendes Krankheitsbild. Folgende Erkrankungen führen besonders oft zu einer Berufsunfähigkeit bei Physiotherapeuten:

  • Erkrankungen an der Wirbelsäule
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Psychische Leiden
  • Erkrankungen der Atemwege

In den letzten Jahren nehmen insbesondere psychische Erkrankungen aufgrund zunehmender Belastungen im Berufsleben eine vordere Position in den Statistiken ein. Hauterkrankungen kommen bei Physiotherapeuten ebenfalls recht häufig vor, was im häufigen Händewaschen und den Desinfektionsmitteln begründet ist. Die regelmäßige Desinfektion schützt vor Keimen, führt jedoch zu einer Schädigung der Hautflora. Diese kann somit nicht mehr Dermatosen schützen, was Schmerzen, Juckreiz oder Brennen zur Folge hat.

Ein früher BU Abschluss zahlt sich aus

Junge und gesunde Menschen setzen sich nur ungern mit dem Thema Berufsunfähigkeit auseinander. Die Versicherung verursacht Kosten und das Geld wird stattdessen für angenehmere Dinge ausgegeben. Zudem besteht bei vielen Arbeitnehmern und Selbstständigen der Irrglaube, dass sich nur einen späteren Versicherungsabschluss Kosten einsparen lassen. In der Praxis ist es jedoch so, dass sich aus einem jungen Eintrittsalter dauerhaft günstige Beiträge ergeben.Für einen 20-jährigen Versicherungsnehmer mit dem Berufswunsch Physiotherapeut wird eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung mit 1.000 Euro monatlicher Rente und einem Versicherungsschutz bis zu 65. Lebensjahr bereits für rund 50 Euro pro Monat angeboten. Für die gesamte Laufzeit von 45 Jahren fallen somit Beiträge von rund 27.000 Euro an. Angenommen die Police wird erst 10 Jahre später abgeschlossen, ergibt sich eine monatliche Prämie von etwa 64 Euro. Über die verbleibenden 35 Jahre fällt dann ein Gesamtbeitrag von 26.880 Euro an. Die Ersparnis beträgt somit lediglich 120 Euro, gleichzeitig wäre der Physiotherapeut jedoch volle 10 Jahre ohne Versicherungsschutz.

Beitrag hängt auch vom Gesundheitszustand des Phyiotherapeuten ab

Dazu kommt, dass der Physiotherapeut in diesen 10 Jahren neue Krankheiten erleidet, welche im Versicherungsantrag angegeben werden müssen. Selbst auf den ersten Blick harmlos erscheinende Vorerkrankungen wie Verspannungen, Allergien oder ein leicht erhöhter Blutdruck können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Beitragszuschläge zwischen 25 und 100 Prozent sind dabei keine Seltenheit. Wer also statt des eigentlichen Beitrags von 64 Euro einen Monatsbeitrag von 80 Euro bezahlen muss, kommt über die gesamte Laufzeit auf Prämien von 33.600 Euro und hat den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sicher verpasst. Es kann jedoch noch schlimmer kommen. Schwere Erkrankungen wie psychische oder rheumatische Leiden führen sehr oft zu einer Ablehnung des BU-Antrags.

Empfehlenswerte Berufsunfähigkeitsversicherungen für Physiotherapeuten

Die Finanzzeitschrift Focus Money hat gemeinsam mit dem Deutschen Finanz-Service Institut Policen für verschiedene Berufsgruppen unter die Lupe genommen. Dabei wurden für die einzelnen Tätigkeitsfelder wichtigen Kriterien besonders berücksichtigt. Bei Heilberufen gehört hierzu beispielsweise eine Infektionsklausel. Zudem wurde auf besondere Höchstgrenzen bei der Nachversicherungsoption für Heilberufe geachtet.Die Top-Versicherer für Heilberufe bei Focus Money:

  • Allianz (Gesamtnote 1,31)
  • WWK (Gesamtnote 1,44)
  • Volkswohl Bund (Gesamtnote 1,50)
  • Condor (Gesamtnote 1,69)
  • CosmosDirekt (Gesamtnote 1,69)
  • Continentale (Gesamtnote 1,71)
  • LV1871 (Gesamtnote 1,71)

Bei Bewertung der Versicherungsbedingungen wurden sowohl die speziellen Fragen für Selbstständige wie auch die besonderen Bedingungen für Heilberufe berücksichtigt. Hierzu gehört auch die Möglichkeit, auf Wunsch des Versicherungsnehmers einen Berufswechsel vorzunehmen. 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 2,67 out of 5)
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