Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Gute Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung werden für Verbraucher immer wichtiger. Für viele Deutsche wird es immer schwerer, eine solche Police zum Schutz vor Berufsunfähigkeit zu erhalten. Die Analysten von Franke & Bornberg haben zwar einen starken Wettbewerb auf dem Versicherungsmarkt ausgemacht – allerdings nur um die Kunden mit vermeintlich niedrigem Risiko. Für Berufe mit höherem Risiko werden hingegen Prämien verlangt, die für den Ottonormalverbraucher kaum noch zu stemmen sind. Teilweise wird der Ausschluss  sogar ganz verweigert. Scheitert die Aufnahme in die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht am Geld, sind gesundheitliche Vorerkrankungen immer öfter ein Ausschlusskriterium.

Die Redaktion von berufsunfaehigkeitversicherung.info klärt daher auf, welche Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sind. Dabei nehmen wir die Kosten und den Leistungsumfang der Alternativangebote kritisch unter die Lupe.Sind Alternativen zur Berufusnfähigkeitsversicherung sinnvoll? Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind für bestimmte Berufsgruppen, aber auch Menschen mit riskanten Hobbys interessant. In erster Linie sind davon Menschen betroffen, die eine körperlich fordernde Tätigkeit ausführen: Dachdecker, Maler, Maurer, aber auch durchaus Krankenpfleger- und Schwestern. Auch Künstler wie Musiker, Profisportler, Diskjockeys und Selbstständige werden oft abgelehnt. Wer in seiner Freizeit gerne Motorrad fährt, im Meer taucht, Bungee springt oder Berge erklimmt, gehört ebenfalls einer Risikogruppe an. Selbst als Reiter wird oftmals ein Zuschlag fällig. Ebenso können Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Menschen mit psychischen Problemen oder Rückenleiden interesssant sein, die es häufig nicht durch die Gesundheitsprüfung der Versicherer schaffen. Allerdings sollten sich Kunden auch keinen Illusionen hingeben: Wer etwa eine Drogenvergangenheit oder eine schwere Form des Tinnitus hat, wird auch bei einer alternativen Versicherung höchstwahrscheinlich nicht fündig. Das gilt auch, wenn der Berufstätige bereits einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten hat.

Beliebte Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Dread-Disease und Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit

Auf der Suche nach Alternativen zur Berufsunfähigkeit stoßen Verbraucher schnell auf einen Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit und gegen schwere Krankheiten (Dread-Disease). Der Vorteil bei solchen Policen liegt darin, dass der Leistungsfall klarer definiert ist als bei einer klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung. So entstehen weniger Konflikte über die Anerkennung der Leistungen. Allerdings bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung den umfassendsten Schutz, bei den beiden Alternativen müssen Berufstätige Abstriche im Bezug auf den Leistungsumfang machen. Eine teilweise Absicherung ist nach Einschätzung der Stiftung Warentest (Zeitschrift Finanztest 06/2012) dennoch empfehlenswert und besser als gar kein Schutz davor, seine berufliche Karriere vorzeitig beenden zu müssen. Doch für welche Leistungen kommen die beiden Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung im Einzelnen auf?

Erwerbsunfähigkeitsschutz als ähnlichste Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Versicherung gegen Erwerbsunfähigkeit müsste strenggenommen Erwerbsminderungsversicherung heißen. Denn man muss nach einem Unfall oder einer Krankheit nicht komplett erwerbsunfähig sein, um Leistungen aus der Police zu erhalten. Bis zu drei Stunden täglicher Arbeitszeit sind noch gestattet. Eine volle Erwerbsminderung liegt nur dann vor, wenn sich der Zustand nicht in absehbarer Zeit bessert. Stiftung Warentest hält eine Versicherung gegen Erwerbsminderung vor allem für Selbstständige für sinnvoll, da diese oft Probleme bei der Anerkennung ihrer Berufsunfähigkeit haben. Zudem ist eine Versicherung gegen Erwerbsminderung um bis zu 40 Prozent günstiger. Das Verbraucherinstitut empfiehlt die Police zudem auch Handwerkern und Berufstätigen mit einer langen Krankenakte.

Nachteil von Erwerbsminderungsversicherungen

Der Nachteil liegt darin, dass der Kunde nach einer Erwerbsminderung auch eine Tätigkeit aus einem komplett anderen Berufsfeld ausüben müsste. Ein Handwerker könnte nach einem Arbeitsunfall auch in der Beratung oder im Verkauf tätig sein. Nur wer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Beschäftigung länger als drei Stunden ausüben kann, erhält also auch Leistungen aus der Versicherung. Bei einer Berufsunfähigkeit könnte der Kunde hingegen in der Regel nur auf einen verwandte Arbeit verwiesen werden, die seiner bisherigen Laufbahn entspricht und sozial verträglich ist. Dennoch kommt die Absicherung gegen Erwerbsminderung von allen Alternativen der Berufsunfähigkeitsversicherung am nächsten. Im Leistungsfall wird bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls eine Rente ausbezahlt.

Dread Disease zahlt unabhängig von der Berufsfähigkeit

Die Versicherung gegen Schwere Krankheiten stammt aus dem angelsächischen Raum und wird daher als Dread Disease bezeichnet. Sie hilft bei genau definierten Krankheitsbildern, wodurch keine Unklarheiten entstehen und die Auszahlung wahrscheinlicher ist als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Ob Sie nach dem Vorfall noch arbeiten können, ist unbedeutend. Es gibt zwar eine Gesundheitsprüfung, doch diese fällt  weniger streng aus als bei der Berufsunfähigkeitsverischerung. Menschen mit psychischen Vorerkrankungen haben eine gute Chance, aufgenommen zu werden. Die finanzielle Absicherung gegen Schwere Krankheiten greift in der Regel bei Krebs, einem Herzinfarkt, einem Schlaganflal, Multipler Sklerose, Alzheimer und Parkinson, schweren Erkrankungen der Organe sowie Herz- und Gefäßkrankheiten. Auch wenn Fähigkeiten wie die Sprechen, Hören und Sehen verloren gehen, kommt die Dread Disease für die Kosten auf. Statt einer Rente wird eine Einmalzahlung vereinbart, die für Operationen oder notwendige Umbaumaßnahmen verwendet werden kann.

Nachteil von Dread Disease

Chronische Erkrankungen des Skeletts wie etwa Rückenbeschwerden sind nicht mitversichert – dabei sind sie eine der häufigsten Ursachen dafür, dass jemand seinen Beruf aufgeben muss. Bei psychischen Krankheiten gilt der Schutz von Versicher zu Versicher in unterschiedlichem Umfang. Manche Unternehmen haben mittlerweile etwa auch Behandlungen bei Depressionen in ihre Leistungen mit aufgenommen.

Kostenvergleich der Alternativen mit der Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundfähigkeitsversicherung kann Alternative zu BU seinDie Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung können ebenso wie bei den beiden Alternativen je nach Anbieter und Versichertem unterschiedlich ausfallen. Für den Kostenvergleich nehmen wir einen 30-jährigen Diplomkaufmann- und Kauffrau zurück, an deren Beispiel die Finanztest im Heft 06/2012 die Höhe der Beiträge errechnet hat. Monatlich sollten dabei 2.000 Euro Rente abgesichert werden. Ergebnis: Für die Frau kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Jahr zwischen 999 und 1.860 Euro, während der Mann mit 850 bis 1.440 Euro deutlich weniger bezahlen muss. Für die typischen Risiko- Berufsgruppen ist ein solcher Schutz jedoch ungleich teurer. Monatsbeiträge von 300 Euro sind laut Michael Franke, dem Geschäftsführer von Franke & Bornberg, keine Seltenheit mehr. Kalkulieren wir mit einem doppelten Beitrag für einen Risikoberuf, muss die Frau mindestens 2.000, bis zu 3520 Euro einplanen. Für den Mann lägen die Beiträge bei 1.700 bis 2.880 Euro.

Als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung kommt eine Kombination aus Erwerbsunfähgkeitsversicherung und Dread Disease in Frage, wodurch der Schutz so groß wie möglich ausfällt.

Für eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung müsste der Mann 566 bis 1.091 Euro, die Frau 600 bis 1.152 Euro im Jahr zahlen – immerhin deutlich weniger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Teuer wird es jedoch bei einer Dread Disease: Da es hierbei keine Rente gibt, wird mit einer Einmalzahlung von 300.000 Euro kalkuliert. Die Frau müsste mindestens 1.264 Euro, der Mann 1.511 Euro pro Jahr bezahlen. Und das nur, wenn die Beiträge von dem Unternehmen in Fonds angelegt werden dürfen. Nach der Börsenentwicklung richten sich dann auch die Beiträge, die entsprechend sinken oder steigen können. Ohne eine Fondsbindung würden 2.576 für den Mann und 2.624 Euro für die Frau fällig.Insgesamt zahlt der Mann für die Kombination aus Erwerbsunfähigkeit und Dread Disease zwischen 2.077 und 3.667 Euro, die Frau 1.864 bis 3.776 Euro. Im Vergleich zur Risikogruppe aus der Berufsunfähigkeitsversicherung fallen die Beiträge ähnlich aus: Der Mann zahlt etwas mehr, die Frau etwas weniger. Jedoch ist der Schutz nicht der Gleiche, wodurch diese Kombination der Alternativen beim Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mit der Berufsunfähigkeitsversicherung mithalten kann. Jedoch sind die Leistungen einheitlicher definiert, so dass es im Schadensfall zu weniger Ausschlüssen kommt.

Unfallversicherung keine alleinige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine private Unfallversicherung reicht allein nicht als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung aus. Denn nicht einmal jeder zehnte Deutsche muss seinen Beruf nach einem Unfall aufgeben beziehungsweise kürzertreten. Eine Unfallversicherung kann dennoch ergänzend geschlossen werden, um auf diesen Unglücksfall vorbereitet zu sein. Nach einem Unfall wird eine einmalige Zahlung geleistet, die der verunglückten Person sofort weiterhilft. Bei einer niedrigen Risikogruppe ist eine Unfallversicherung schon für unter 130 Euro im Jahr zu haben, auf risikoreiche Berufsgruppen kommen deutlich höhere Beträge zu.

Neue Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung noch mit wenig Erfahrungswerten

Neben den beiden beliebtestesten Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung haben sich mittlerweile auf dem Markt noch andere Optionen für den Schutz der eigenen Arbeitskraft etabliert. Die Erfahrungswerte mit den Versicherungen sind jedoch noch gering, die Auswahl momentan noch beschränkt. Zudem decken sie ähnlich wie eine Unfallversicherung nur einen Teil der Schadensfälle ab, die für die Aufgabe des Berufs verantwortlich sind. Insbesondere für Berufstätige, die eine körperlicher Arbeit nachgehen, können solche Policen dennoch sinnvoll sein.

Ähnlich wie bei der Dread Disease kann der Verlust von elementaren Fähigkeiten wie Gehen, Sprechen oder Sehen oder durch eine Grundfähigkeitsversicherung finanziell aufgefangen werden. Anders als bei der Versicherung gegen Schwere Krankheiten wird eine Rente ausbezahlt. Die Regelung ist jedoch deutlich strenger: Nur, wenn die Fähigkeiten für mindestens ein Jahr und fast vollständig verloren gehen, besteht ein Anspruch auf Leistungen. Eine Grundfähigkeitsversicherung ist also im Prinzip eine Teilleistung der Dread Disease, die nach den Berechnungen von Finanztest pro Jahr zwischen 709 und 1.000 Euro kostet.

Mit einer Funktionsinvaliditätsversicherung können mehrere Leistungen aus der Unfall-, Grundfähigkeits- und Schwere-Krankheitenversicherungen zusammengefasst werden. Diese Multi-Risk-Versicherung leistet im Schadensfall eine Einmalzahlung. Allerdings muss dazu ähnlich wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ein bestimmter Schweregrad der Krankheit erreicht sein. Auch hier sind die Vorgaben streng: Nur, wer körperlich stark beeinträchtigt und auf Dauer unheilbar ist, kann Leistungen beanspruchen. Eine Funktionsvaliditäsversicherung kostet im Jahr etwa zwischen 250 und 625 Euro.1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 4,50 out of 5)

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