Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherer um 5,5 Prozent gestiegen

Die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherer haben ihren Kunden im Jahr 2015 insgesamt 3,44 Milliarden Euro ausgezahlt. Doch nicht nur die Leistungen, auch die Anzahl der Versicherten und die abgesicherten Renten sind in der Hauptversicherung erneut gestiegen. Auch bei den Zusatzversicherungen gab es ein leichtes Plus. Das gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt.Immer mehr Menschen sichern Ihre ArbeitskraftUm sich optimal gegen eine Berufsunfähigkeit zu schützen, sollten Kunden eine sogenannte „Hauptversicherung“ abschließen. Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) ist nicht an andere Versicherungen gekoppelt und die beste Möglichkeit, eine hohe Rente für den Ernstfall zu vereinbaren. Der GDV weist darauf hin, dass Zahlungen nur zu erwarten sind, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt. Übersteht ein Kunde sein Arbeitsleben, ohne Leistungen beanspruchen zu müssen, erhält er keine Leistungen. Die separate Berufsunfähigkeitsversicherung ist also eine reine Risikoversicherung.

Erstmals mehr als 4 Millionen Hauptversicherungen

Die SBU ist im Jahr 2015 stark gewachsen – obwohl es aufgrund der teilweise harten Annahmepolitik der Versicherer auch Kritik an der Branche gab. 3,44 Milliarden Euro zahlten die Versicherer entweder als Rente oder als Kapitalzahlung aus. Der Zuwachs um 5,5 Prozent entspricht fast genau der Anzahl der neu geschlossenen Hauptversicherungen. Im Vergleich zu 2014 registrierte der Branchenverband 5,4 Prozent mehr selbstständige Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Somit sind jetzt 4,06 Millionen eigenständige Policen zu verzeichnen. Zum ersten Mal wurde damit die Vier-Millionen-Marke überschritten.

Da Verbraucherschützer im Grunde jedem Berufstätigen eine entsprechende Absicherung nahelegen, ist die Zahl dennoch als ausbaufähig zu werten. Schließlich muss jeder Vierte vorzeitig seinen Beruf aufgeben.
Insgesamt haben die Kunden fast 600 Milliarden Euro an potenziellen BU-Renten abgesichert. Auch das ist ein gewaltiger Anstieg um 7,3 Prozent. Pro Kunde ergibt das für den Rest des Erwerbslebens eine versicherte Summe von fast 150.000 Euro. Allerdings müssen die Versicherten tendenziell auch etwas tiefer in die Tasche greifen: So erhöhte sich der laufende Jahresbeitrag um 8,4 Prozent auf rund 3,47 Milliarden Euro.

Kombination mit Rente- oder Lebensversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich darüber hinaus als Zusatzversicherung zu einer Renten- oder Lebensversicherung abschließen. In diesem Fall ist sie allerdings nur „Beiwerk“ zu dem Hauptzweck der Altersvorsorge. Die Police dient also nur nachrangig der Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Stattdessen erfüllt die Zusatzversicherung laut GDV hauptsächlich den Zweck, dass Versicherte ihre Beiträge zur Lebensversicherung auch dann bezahlen können, wenn sie berufsunfähig werden.“Der Versicherer übernimmt also in diesem Fall die monatlichen Zahlungen zur Altersvorsorge. Dass zusätzlich eine BU-Rente ausgezahlt wird, ist nicht selbstverständlich. Dies kann zwischen Versicherer und Kunden vereinbart werden, drückt sich normalerweise aber in höheren Prämien aus.

1,3 Prozent mehr Geld aus der Zusatzversicherung

In der Zusatzversicherung gab der GDV ebenso einen leichten Anstieg der Leistungen bekannt. Nur eine Statistik spricht gegen den allgemeinen Trend: So haben die Zusatzversicherungen gegenüber 2014 um 2,1 Prozent abgenommen. Die Kunden setzen laut GDV verstärkt auf die Hauptversicherung.Die Auszahlungen der Branche nahmen um 1,3 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro zu. Bei 12,9 Millionen Zusatzversicherungen sind 1,06 Billionen Euro abgedeckt. Pro Vertrag ist allerdings eine deutlich geringe Rente abgesichert. Für den Einzelnen liegt der Schutz durchschnittlich bei etwas mehr als 82.000 Euro.