Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufusnfähigkeitsversicherung RechnerDie Berufsunfähigkeitsversicherung schützt bei dauerhafter einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund Krankheit oder Unfall vor finanziellen Einbußen. Da in Deutschland rund jeder vierte Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig wird, zählt sie zu den wichtigsten Policen bei der Existenzsicherung. Auch Stiftung Warentest und andere Verbrauchermagazine halten die Berufsunfähigkeitsversicherung für sinnvoll und wichtig.

Wer auf das Einkommen aus seiner Erwerbstätigkeit angewiesen ist, sollte sich dringend mit dem Thema der Berufsunfähigkeit beschäftigen! Wenn Sie einen individuellen Vergleich durch einen Finanzexperten zum Thema wünschen, nutzen Sie bitte hierzu unsere Rechner und Formulare. Der Service ist für Sie kostenlos und unverbindlich.

Gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Die zum 01.01.2001 durchgeführten Rentenreform hat auch drastische Auswirkungen auf die gesetzliche Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit. So erhalten Arbeitnehmer die nach dem 01.01.1961 nur noch eine reduzierte Erwerbsminderungsrente, welche in drei Stufen unterteilt ist:

  • Arbeitnehmer die noch mindestens 6 Stunden pro Tag arbeiten können erhalten keine Leistungen.
  • Bei einer täglichen Arbeitszeit zwischen 3 und 6 Stunden wird die halbe Erwerbsminderungsrente gezahlt.
  • Wer keine 3 Stunden täglich arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente.

Das große Manko dabei ist, dass betroffene Arbeitnehmer auf andere Tätigkeiten verwiesen werden können. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es hierfür überhaupt offene Stellen gibt. Betroffene erhalten in diesem Fall statt einer Grundsicherung lediglich das Arbeitslosengeld II bezahlt. Doch selbst bei einer Bewilligung der Erwerbsminderungsrente fällt diese mit 30 bis 40 Prozent des letzten Einkommens eher gering aus. Aus diesem Grund ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung in jedem Falle zu empfehlen. Dies gilt im Übrigen auch für Personen, die eine unentgeltliche Tätigkeit ausführen, welche im Falle einer Arbeitsunfähigkeit nicht ohne zusätzliche Kosten zu ersetzen währen. So ist beispielsweise auch für Hausfrauen eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit durchaus sinnvoll. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann entweder als einzelne Police wie auch in Kombination mit einer Lebens– oder Rentenversicherung abgeschlossen werden.

Wieso ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich die finanzielle Lücke schließen, falls ein Arbeitnehmer seiner bisherigen Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann. Auf diese Weise lässt sich der bisherige Lebensstandard beibehalten und ein sozialer Abstieg verhindern. Im Versicherungsfall zahlt die Assekuranz eine zuvor vereinbarte monatliche Rente. Dazu erfüllt die Berufsunfähigkeitsversicherung auch zur Sicherung der Familien- und Altersversorgung. Der Schutz geht weit über dem der Erwerbsunfähigkeitsversicherung hinaus, da in der Regel von einem Verweis auf anderweitige Tätigkeiten abgesehen wird. Da es sich hierbei jedoch um eine Summenversicherung handelt, wird im Gegensatz zu einer Schadensversicherung nicht automatisch der komplette finanzielle Schaden übernommen. Der Versicherungsnehmer erhält stattdessen eine vertraglich genau festgelegte Leistung ausgezahlt. Somit lässt sich festhalten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist.

risiko berufsunfähigkeit

 

Berufsunfähigkeit Definition

In der Vertragsbedingungen der Versicherer kommen verschiedene Definitionen für eine Berufsunfähigkeit vor. So liegt eine Berufsunfähigkeit unter anderem dann vor, wenn der Versicherte aufgrund Krankheit, Kräfteverfall oder Körperverletzung nicht in der Lage ist, den vor Eintritt der Krankheit, Kräfteverfall oder Körperverletzung ausgeübten Beruf für eine Dauer von mindestens drei Jahren auszuüben.

In einigen Fällen wird der Beruf noch mit dem Zusatz oder einer Tätigkeit, die aufgrund von Ausbildung und Erfahrung zumutbar wäre auszuüben.In den älteren Versicherungsbedingungen wird zumeist auf den Prognosezeitraum von drei Jahren verzichtet und stattdessen von einem „voraussichtlich dauerhaften“ Zeitraum gesprochen. Nach Ansicht verschiedener Gerichte ist dies jedoch mit einem Zeitraum von drei Jahren gleichzusetzen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die individuelle Leistungsfähigkeit des versicherten in Bezug auf seinen zuletzt ausgeübten Beruf ab. Versichert wird dabei der komplette oder teilweise Wegfall dieser Leistungsfähigkeit. Dabei wird der Leistungsanspruch in der Regel ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent begründet.

Ursachen Erwerbsminderung

Klauseln bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie bei anderen Versicherungen gibt es auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung verschiedene Klauseln, durch die Leistungen eingeschränkt, erweitert oder erleichtert werden können. Durch leistungseinschränkende Klauseln versuchen die Versicherer besondere Risiken aus dem Versicherungsschutz auszuschließen. Dies gilt beispielsweise für Vorerkrankungen oder gefährliche Berufe. Es gibt jedoch auch Klauseln, die den Versicherungsschutz erweitern. So gibt es unter anderem bei Policen für Ärzte Klauseln, die eine Berufsunfähigkeit aufgrund von Strahlen oder Infektionen in den Leistungsumfang aufnehmen. Weitere bekannte Klauseln sind die:

  • Dienstunfähigkeitsklausel, welche die Dienstunfähigkeit eines Beamten bzw. die Kündigung eines Beamten auf Probe aus gesundheitlichen Gründen ohne weitere Prüfung mit einer Berufsunfähigkeit gleichsetzt. Unterschieden wird dabei noch zwischen einer echten und einer unechten Dienstunfähigkeitsklausel.
  • Flugunfähigkeitsklausel, die besagt, dass der Verlust der Fluglizenz zu automatisch zu einem Leistungsanspruch führt. Es erfolgt kein Verweis auf eine anderweitige fliegerische Tätigkeit.
  • Klauseln für Schüler, Studenten oder Auszubildende
  • Klauseln für Hausfrauen

Voraussetzungen für einen Leistungsanspruch der Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2015 von Franke und BornbergDie Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die vertraglich vereinbarte Rente, wenn der Versicherte aufgrund einer Erkrankung, Verletzung oder eines Kräfteverfalls, der zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann. Dabei muss ärztlich nachgewiesen werden, dass mindestens eine 50-prozentige Berufsunfähigkeit vorliegt. Mit Anspruch auf die vereinbarten Leistungen werden in der Regel keine Beiträge mehr fällig.

Steht schon bei Beginn der Berufsunfähigkeit fest, dass diese über den Prognosezeitraum hinausgeht, werden die Leistungen sofort gezahlt. Andernfalls werden die Leistungen in der Regel erst nach Ablauf von sechs Monaten fällig. Einige Bedingungen sehen auch kürzere Prognosezeiträume vor, wodurch die ärztliche Feststellung einer Berufsunfähigkeit erleichtert wird. So besteht ein sofortiger Leistungsanspruch beispielsweise bereits bei einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Monaten. Je nach Versicherer ist sogar eine rückwirkende Zahlung der Rente für die ersten sechs Monate möglich.

Abstrakte Verweisung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die abstrakte Verweisung sieht vor, dass eine Versicherung die Leistung verweigern darf, wenn der Versicherte statt dem zuletzt ausgeübten Beruf noch eine andere Tätigkeit ausüben kann, die seiner Ausbildung oder bisherigen Lebensstellung entspricht. Nach Ansicht verschiedener Gerichte ist die Lebensstellung dann gewahrt, wenn sich das Einkommen durch eine anderweitige Tätigkeit nicht um mehr als 20 Prozent verringert. So kann beispielsweise ein Chirurg, nach Verlust eines Fingers noch eine ärztliche Beratertätigkeit ausüben. Ob er eine entsprechende Stelle findet, spielt dabei keine Rolle.

Mittlerweile verzichten die meisten Versicherer in ihren Bedingungen auf eine solche abstrakte Verweisung. In älteren Verträgen ist diese jedoch noch sehr häufig zu finden.

Zu unterscheiden ist zudem zwischen der abstrakten und der konkreten Verweisung. Bei letzterer übt der Versicherte eine komplett neue Tätigkeit aus.
Auf diese kann er verwiesen werden, wenn die in den Vertragsbedingungen aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sind. Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung haben solche Verweisungsklauseln auch große Bedeutung für die Erwerbsminderungsrente.

Gesundheitsprüfung bei Berufsunfähigkeitsversicherungen

Um das mögliche Risiko eines Versicherungsnehmers einschätzen zu können wird vor Vertragsunterzeichnung eine Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsprüfung durchgeführt. Dabei muss der Antragsteller verschiedene Fragen zu seinem Gesundheitszustand und den bestehenden Vorerkrankungen machen. Wer hier falsche Angaben macht bzw. bekannte vorhandene Risiken verschweigt muss mit späteren Sanktionen des Versicherers rechnen.

Beispiele hierfür sind das Verschweigen von bestehenden Erkrankungen, einer Drogen- oder Rauschmittelabhängigkeit, stationären Behandlungen in den letzten 10 Jahren sowie anderweitige Untersuchungen oder Behandlungen in den letzten 5 Jahren. Seit Inkrafttreten des neuen Versicherungsvertragsgesetzes müssen Versicherte nur noch solche Umstände angeben, nach denen ausdrücklich gefragt wird. So muss also die Assekuranz entscheiden, welche Dinge anzeigepflichtig sind oder nicht. Die Pflicht zum Nachmelden besteht nicht mehr.

Mögliche Folgen für den Versicherten

Welche Sanktionen durch eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht begründet sind hängt in erster Linie davon ab, was verschwiegen wurde und ob dies fahrlässig oder vorsätzlich geschah.

  • Bei Arglist kann der Versicherer den Vertrag anfechten. Dadurch erlöschen sämtliche Leistungsansprüche des Versicherungsnehmers.
  • Bei Vorsatz kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten, womit die Leistungspflicht ebenfalls endet.
  • Bei grober oder einfacher Fahrlässigkeit kommt es darauf an ob es bei wahrheitsgemäßen Angaben zu einem Vertrag gekommen wäre oder nicht. Ist dies nicht der Fall so ergibt sich daraus ein Rücktrittsrecht des Versicherers und der Versicherungsnehmer verliert seinen Leistungsanspruch. Andernfalls hat die Assekuranz das Recht durch nachträgliche Klauseln den Versicherungsschutz einzuschränken. Alternativ kann auch ein Beitragszuschlag erhoben werden.

Versteuerung der Berufsunfähigkeitsrente

Wer eine Berufsunfähigkeitsrente bezieht, muss diese mit dem Ertragsanteil versteuern. Wie hoch dieser ausfällt, hängt immer davon ab, für welchen Zeitraum die Rente gezahlt wird. In der Regel endet diese mit Erreichen der Regelaltersrente. Die Faustregel ist, dass mit jedem Jahr in etwa ein Prozent der Rentenzahlung versteuert werden muss. Bei einer Restlaufzeit von 45 Jahren liegt der zu versteuernde Ertragsanteil bei 45 Prozent. Wird die Rente für eine Dauer von 30 Jahren gezahlt wären es 30 und bei 15 Jahren 16 Prozent. Wer also 30 Jahre vor Erreichen des regulären Rentenalters berufsunfähig wird und eine jährliche Rente von 25.000 Euro erhält, müsste hiervon einen Betrag von 7.500 Euro versteuern. (30 Prozent von 25.000 Euro).

Ausnahme bei steuerlich geförderten BU-Versicherung

Eine Ausnahme gilt, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung als Baustein oder in Verbindung zu einer geförderten Altersversorgung abgeschlossen wurde. Handelt es sich dabei um eine betriebliche Altersvorsorge, bei denen die BU-Beiträge steuerfrei gestellt wurden, muss die komplette BU-Rente versteuert werden. Bei BU-Policen, die in Verbindung mit einer Basisrente abgeschlossen wurde gilt die sogenannte Kohortenversteuerung. Wer erstmals 2013 eine BU-Rente Bezug muss 66 Prozent des Rentenbetrages versteuern. Bei späteren Leistungseintritten steigt der Prozentsatz bis zum Jahr 2020 um jährlich 2 und danach um 1 Prozent, bis 2040 dann die komplette BU-Rente versteuert werden muss.

Was kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie hoch die Prämie für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ausfällt, hängt von einer Vielzahl verschiedener Kriterien ab. Hierzu gehören insbesondere das Eintrittsalter, die Berufsgruppe, Versicherungsdauer und das Alter, bis zu dem die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt werden soll.

Der Versicherungsnehmer kann bei Vertragsschluss vereinbaren, bis zu welchem Alter die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt werden kann. Maximal ist dies immer bis zur Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung möglich. Neu geschlossene Verträge sehen damit eine Zahlung bis zur Vollendung des 67. Lebensjahres vor. Zusätzlich wird festgelegt, bis zu welchem Alter der Versicherungsfall eingetreten sein muss, damit noch ein Leistungsanspruch besteht.

So ist es beispielsweise möglich eine Versicherungsdauer bis zum 55 Lebensjahr und eine Leistungsdauer bis zum 65. Lebensjahr zu vereinbaren.Großen Einfluss auf die Versicherungsprämie hat der ausgeübte Beruf des Versicherungsnehmers. Dabei wurden nahezu alle existierenden Berufe anhand ihres Risikos in eine entsprechende Risikogruppe eingestuft. So ist das Risiko auf eine Berufsunfähigkeit bei Handwerkern, wie Dachdeckern oder Bauarbeitern  beispielsweise deutlich höher als in kaufmännischen Berufen wie z.B. Beamte . Entsprechend müssen Handwerker auch eine höhere Prämie bezahlen. Dazu kann die mögliche Versicherungsdauer bei Berufen mit einem hohen Risiko auf 55 oder 60 Jahre begrenzt werden. Die genaue Einteilung kann je nach Versicherer voneinander abweichen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Versicherungsnehmer bei Vertragsschluss den richtigen Beruf versichert. Ansonsten kann der Versicherer den Vertrag anfechten oder von diesem zurücktreten. Dies gilt auch für den Fall, dass nachträgliche Veränderungen nicht an die Versicherung gemeldet werden.

Je früher desto besser

Ein weiteres Kriterium ist das Eintrittsalter. Je jünger der Versicherte bei Vertragsschluss desto günstiger fällt auch die Prämie aus. Daher lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders für Studenten und Auszubildende. Dazu spielt auch die geltende Karenzzeit eine Rolle. Diese gibt den Zeitraum an, der zwischen Eintritt des Versicherungsfalls und der Leistungserbringung liegt. Durch Vereinbarung einer längeren Karenzzeit verringert sich der Beitrag entsprechend. Zudem spielen natürlich auch der Gesundheitszustand und die bestehenden Vorerkrankungen eine Rolle. Einige Versicherer verlangen beispielsweise von Rauchern einen Beitragszuschlag.

Welche Leistungen können vereinbart werden?

Im Versicherungsvertrag können individuelle Leistungen vereinbart werden. Hierzu gehört in erster Linie die Höher der im Versicherungsfall zu zahlenden Rente. Diese sollte nach Möglichkeit zwischen 70 und 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens betragen. Um die Inflationsrate auszugleichen, kann zudem für den Versicherungsfall eine automatische jährliche Rentensteigerung festgelegt werden. Sinnvoll ist zudem die Möglichkeit, die Höhe der Rente in regelmäßigen Abständen an veränderte Lebensbedingungen wie Heirat oder die Geburt eines Kindes anzupassen. Die meisten Versicherer bieten eine solche Nachversicherungsgarantie, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Zudem können noch verschiedene Sondervereinbarungen wie der Verzicht auf eine abstrakte Verweisung vereinbart werden.

Worauf Versicherungsnehmer bei Berufsunfähigkeitsversicherungen achten sollten

Vor der Entscheidung für einen bestimmten Versicherer sollten die Leistungen und Vertragsbedingungen der verschiedenen Anbieter genau miteinander verglichen werden. Dabei sollte besonders auf die folgenden Punkte geachtet werden:

  • Leistungsanspruch bereits ab einer voraussichtlichen Berufsunfähigkeit von sechs Monaten.
  • Leistungen sollten direkt ab Eintreten des Versicherungsfalls erbracht werden.
  • Bei verspäteter Meldung der Berufsunfähigkeit sollte der Versicherer mindestens für die letzten drei Jahre Leistungen erbringen. Dies ist sinnvoll, da eine Berufsunfähigkeit oftmals erst verspätet erkannt wird.
  • Möglichkeit der zinslosen Stundung. Bis über die Anerkennung der Berufsunfähigkeit entschieden ist kann es einige Zeit dauern. In dieser Zeit ist der Versicherungsnehmer zumeist ohne Einkommen. Durch eine Stundung entgeht er der Gefahr, dass der Versicherungsschutz aufgrund ausbleibender Zahlungen erlischt.
  • Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung bei veränderten Lebensumständen wie Heirat oder Berufswechsel.
  • Begrenzung des Rücktrittsrechts seitens der Versicherung auf fünf Jahre oder kürzer.
  • Befristete Anerkenntnisse sollten klar geregelt sein. Dies gilt insbesondere für den Verzicht auf eine Nachprüfung bei befristeten Anerkenntnissen.
  • Garantierte Anpassung der Rentenzahlungen an die bestehende Inflationsrate.
  • Versicherer sollte auf § 19 des Versicherungsvertragsgesetzes verzichten. Ist dies nicht der Fall, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten, wenn der Versicherter bei Vertragsschluss ein ihm unbekanntes Risiko nicht angegeben hat.
  • Versicherungsschutz sollte weltweit gültig sein
  • Verzicht auf Arztanordnungsklausel

 Gesundheitsfragen bei Berufsunfähigkeitabsicherung

Bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen zahlreiche Gesundheitsfragen beantwortet werden. Bei einer fehlerhaften Verantwortung droht der Verlust des Versicherungsschutzes. Je nach Gesundheitszustand und Vorerkrankungen muss der Versicherungsnehmer mit zusätzlichen Prämienaufschlägen rechnen. Zudem kann der Versicherer bestimmte Risiken vom Versicherungsschutz ausschließen oder im Extremfall die Vertragsannahme komplett ablehnen. Deshalb ist es ratsam, zunächst eine anonyme Risikovoranfrage an verschiedene Gesellschaften zu stellen. Auf diese Weise wird verhindert, dass eine Ablehnung in den verschiedenen Informationssystemen der Versicherungen gespeichert werden.

Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) bei BU-Versicherung

Im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherungen herrscht zwischen den einzelnen Anbietern ein enormer Wettbewerb. Dies führt dazu, dass die Prämien der verschiedenen Tarife trotz teilweise deutlicher Leistungsunterschiede nur geringfügig voneinander abweichen. Für Versicherungsnehmer sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen deshalb von besonderer Bedeutung. Für einen Leistungsvergleich sind die Bewertungen von Ratingagenturen nur bedingt geeignet, da diese oftmals im Auftrag der Versicherungsbranche tätig sind.

Um neue Kunden zu gewinnen sind zahlreiche Versicherer dazu übergegangen, erweiterte Deckungszusagen auszusprechen. Was für den Versicherungsnehmer zunächst positiv ist kann sich jedoch schnell umkehren, wenn Versicherer die gemachten Zusagen nicht einhalten können. Dies gilt beispielsweise für neue Risiken wie einen Terroranschlag, für die bisher noch keine statistischen Daten vorliegen. Dazu kommt, dass viele Versicherer aufgrund des Wettbewerbs auf ihr Recht auf eine Prämienerhöhung verzichten.

Dies führt dazu, dass Fehlkalkulationen nicht über einen steigenden Beitrag ausgeglichen werden können. Gerade bei Versicherern mit einem großen Vertragsbestand kann dies im schlimmsten Fall zur Zahlungsunfähigkeit führen. Durch die Lösung eines Protektors genießen Versicherungsnehmer einen gewissen Grundschutz auf Basis einer garantierten Verzinsung.

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