Wer arbeitsunfähig infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls ist, der erhält zunächst von seinem Arbeitgeber eine Gehaltsfortzahlung von mindestens sechs Wochen, sofern er abhängig beschäftigt (angestellt) ist. Im Anschluss daran wird von der Krankenversicherung das Krankengeld bzw. bei privat Versicherten das Krankentagegeld bezahlt.
Hält die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Monate an, dann sollte es dem behandelnden Arzt möglich sein, eine Prognose zu stellen. Sollte sich dabei ergeben, dass die Arbeitsunfähigkeit für mindestens weitere drei Monate anhält, dann ist von einer Berufsunfähigkeit auszugehen.
Sobald eine Berunfsunfähigkeit festgestellt wurde, stellt die Krankenversicherung die Zahlung des Krankengeldes bzw. des Krankentagegeldes ein und prüft etwaige Rückforderungsansprüche. Wer Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung hat, sollte eine Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen und wenn darüber hinaus eine private Berufsunfähigkeitsversicherung besteht, kann die Zahlung der BU-Rente beantragt werden.
In den Versicherungsbedingungen wird der Prognosezeitraum definiert. In älteren Verträge wird von drei Jahren gesprochen und in einem verbraucherfreundlicheren Vertragswerk ist ein Zeitraum von sechs Monaten genannt. Je nachdem, was in Ihren Bedingungen steht, haben Sie Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente oder nicht.
Tarife vergleichenDarauf sollten Sie besonders achten, wenn Ihr Arzt Berufsunfähigkeit bescheinigt:
- Um eine schnelle Bearbeitung zu ermöglichen, sollte neben einem Anschreiben, welches Name, Anschrift und die Versicherungsnummer sowie den Zeitpunkt des Versicherungsfalls enthält, auch eine Schweigepflichtentbindung beigefügt sein.
- Außerdem sollten Sie eine detaillierte Beschreibung Ihrer beruflichen Tätigkeit, die so genannte Berufskunde beilegen. Neben der Höhe des Einkommens sollte sie die erreichte soziale Stellung enthalten, sowie Auskunft über etwaige Weiterbildungsmaßnamen geben und den genauen Arbeitsablauf und die Arbeitszeiten enthalten.
- Wenn möglich, fügen Sie das ärztliche Gutachten mit dem Prognosezeitraum bei und achten Sie darauf, dass es sich detailliert auf die berufliche Tätigkeit bezieht.
Tipp
Holen Sie sich am besten professionelle Hilfe von einem Fachanwalt oder einem Versicherungsberater, um bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung keine Fehler zu machen.

